Was gibt es an Ostern zu lachen?

Gerade bei der „wahren Ostergeschichte“ verrennen sich all zu viele Menschen in zweiseitige Sackgassen. Entweder ist alles todernst oder banal, verallgemeinernd und nichtssagend. Fragt sich nur, wie sie da rein gekommen sind.

Diese Geschichte ist dem modernen Menschen nicht mehr zuzumuten und so bleibt ihnen nur noch der tierische Spass. Was zwar lustig und herzig sein mag, doch der Freude des Lebens nur im entferntesten Sinne entspricht. Wie oft geben wir uns zufrieden, mit einem Abdruck einer Spur, wie die Wellen des Meeres Spuren im Sande hinterlassen und nicht Ausschau halten nach den Wellen. War es wieder einmal dieser Nichtmensch*, welcher den Menschen die Sicht trübte und die Herzen verhärten lies? War nicht er es, welcher sich so nahe am Ziel fühlte? Welch glorreicher Augenblick, welch Triumph stand ihm bevor, dem Nichtmenschen. Für immer und ewig den Ratschluss des Einen vereitelt zu haben. Ein Freudenfeuer erblitzte wohl in seinen Augen, als er die letzten Worte des Menschensohnes vernahm „Eloi, Eloi, lema sabachtani?“ („Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“). Wie oft wiederholte er wohl in Siegestaumel und hämisch nachäffenden Stimme diese Worte! Tiefster Hass in befriedigter Gier auf seinem Höhepunkt, was sollte da noch schiefgehen? Urplötzlich geschah etwas im Universum, was sich schwer in menschliche Worte fassen lässt.

Wie ein Lichtblitz des Gerichts durchfuhr es in einem Augenblick das Totenreich, der Gekreuzigte enttrohnte den Nichtmenschen, befreite die Toten zum ewigen Leben (1. Petrus 4,6)! Eine Wandlung vollzog sich, die in der sichtbaren und unsichtbaren Welt von damals bis heute die Spur des Lebens hinterliess: die Auferstehung Jesus Christus von den Toten. Er lebt! Die Auswirkungen auf unser Leben als Christen sind atemberaubend! Oder sollten es zumindestens sein. Der Apostel Paulus beschreibt dies mit folgenden Worten an die Gemeinde in Korinth:
„Und wenn das geschieht – wenn das Vergängliche mit Unvergänglichkeit bekleidet wird und das Sterbliche mit Unsterblichkeit – dann geht die Aussage in Erfüllung, die in der Schrift steht: <<Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein tödlicher Stachel?>>“

Eindeutig und endültig muss dem Nichtmenschen das Lachen vergangen sein. Dafür lacht der Andere. Karl-Josef Kuschel, Tübinger Theologe, versteht denn auch die Auferstehung Christi als „Ausdruck von Gottes Gelächter über den Tod“. Dies sollte uns doch so ängstlichen Menschen zuversichtlich stimmen.
Allzuoft verharren wir im Irdischen und vergessen die Worte des Gekreuzigten: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ (Lukas 24,5b6a). Ostern ist wahrhaftig der Tag des Lachens, der Tag der Freude, der Tag des Heils und Trostes! Das wünsche ich Ihnen liebe Leserin und Leser von Herzen und dass diese Gewissheit Sie das ganze Leben und darüber hinaus durchträgt. So grüsse ich Sie herzlichst mit dem Gruss der orthodoxen Christen:

„Christos anesti, alithos anesti!“ (Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!)

Dario Bartholdi

* Nichtmensch in Anlehnung an C. S. Lewis Perelandra Trilogie